Negativpreis "Zorniger Kaktus" für frauenfeindliche Werbung

28.07.21
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Von TDF

TERRE DES FEMMES vergibt den "Zornigen Kaktus 2021" - und stellt eine positive Entwicklung fest

Der Negativpreis "Zorniger Kaktus" für frauenfeindliche Werbung geht in diesem Jahr an den Landhandel Surmühle in Teisendorf.

Das Unternehmen aus Bayern gewinnt mit 1.887 Stimmen eindeutig mit dem Slogan „Putzsklaven zu verkaufen“, in Kombination mit einer verführerisch dargestellten jungen Frau. Mit der Werbung sollen Saugroboter der Marke iRobot angepriesen werden. Die Werbung ist auf mehreren Ebenen inakzeptabel: Die Worte „Sklave“ und „zu verkaufen“ verharmlosen das rassistische System der Sklaverei, das Wort „Putzsklaven“ lässt zudem mit erschreckender Ignoranz außer Acht, dass Tausende Menschen – meist Zugewanderte, meist Frauen – in Deutschland als unterbezahlte Putzkräfte arbeiten müssen. Und nicht zuletzt: Die Darstellung der Frau bedient das Klischee des Frauchens, das nur noch zum Sex verfügbar zu sein hat, jetzt, wo der Saugroboter das Putzen erledigt.

Der "Zornige Kaktus 2021": Alles zu dem Gewinner, den Voting-Ergebnissen und den weiteren Einreichungen.

Doch nicht nur die TERRE DES FEMMES-Jury und 1.887 Abstimmende waren der Meinung, dass diese Werbung sexistisch ist. Auch unterschiedliche Menschen in Berlin, Hamburg und Kiel, denen spontan die Werbung gezeigt wurde: Zur Straßenbefragung („Zorniger Kaktus“-Video auf Youtube.)

TERRE DES FEMMES stellte dieses Jahr allerdings auch eine erfreuliche Entwicklung fest: Als TERRE DES FEMMES die Herstellerfirma iRobot mitteilte, dass eine Werbung für eines ihrer Produkte nominiert ist, kam binnen 24 Stunden die Antwort – sowohl vom Sitz der Firma in Massachussetts, also auch von der deutschen Niederlassung -, dass sich iRobot ausdrücklich vom dargestellten Inhalt distanziert und dass das Unternehmen nicht an der Entstehung beteiligt war. Mehr noch: die Firma kündigte an, Schritte zur Entfernung der Werbung einleiten zu wollen.

TERRE DES FEMMES begrüßt die allgemeine positive Entwicklung und dass immer mehr Firmen auf Sexismus als Marketing-Strategie verzichten. Der hartnäckige Kampf gegen Sexismus in der Werbung, der von TERRE DES FEMMES und anderen seit Jahren geführt wird, hat bereits einige Veränderungen bewirkt. Immer mehr Städte, wie z.B. Berlin, Bremen oder München gehen mit gutem Beispiel voran und verbieten sexistische Werbung auf der Straße. Auch die Wahrnehmung und der Anspruch der Kundschaft hat sich stark verändert.

TERRE DES FEMMES hofft, dass noch viel mehr Betriebe in ihrem Marketing künftig ohne sexistische Klischees und frauenverachtende Rollenbilder arbeiten werden. Denn "Sexism shouldn't sell!".

Seit 2014 vergibt TERRE DES FEMMES den „Zornigen Kaktus“, und schon seit 1991 befasst sich der Verein mit sexistischer Werbung – mehr dazu in unserer Rubrik „Zurückgeblättert“.







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