Kein Kahlschlag in der Wuhlheide für den geplanten Straßenneubau: TVO stoppen, Nahverkehr ausbauen!

20.08.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin, TopNews 

 

Von Bündnis „Natur statt Asphalt - Entsiegelt Berlin“, NaturFreunde Berlin, FUSS e.V, Grünzüge für Berlin, Grüne Radler Berlin, BI Kienberg-Wuhletal 

Die Planungen für die Tangentialverbindung Ost (TVO) und die Vernachlässigung des Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs entstammen einer Verkehrspolitik der 1950er und 60er Jahre, als man die sogenannte autogerechte Stadt anstrebte. Die großflächige Vernichtung von wertvollem Grün und Wohnraum wurde dabei einfach hingenommen. Nach der Ausrufung des Klimanotstands und der Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes durch das Land Berlin müssen den vollmundigen Ankündigungen einer Verkehrswende endlich Taten folgen, umso mehr, als die Folgen des Klimawandels auch in Berlin bereits spürbar sind.

Durch die TVO werden riesige Flächen versiegelt und alleine in der Wuhlheide sollen 14,6 ha Wald abgeholzt werden. Der die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beratende Sachverständigenbeirat für Naturschutz und Landschaftspflege spricht vom größten Waldverlust in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Bündnis „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin“ lehnt diesen unverantwortlichen Kahlschlag in einem der wertvollsten Naherholungsgebiete von Berlin ab und wird sich gegen diese Pläne aktiv zur Wehr setzen. Mit dem geplanten Kahlschlag in der Wuhlheide führt der Berliner Senat seine bisherigen Gespräche für eine „Charta für ein Berliner Stadtgrün“ ad absurdum. Während auf der einen Seite den Natur- und Umweltverbänden in unverbindlichen Veranstaltungen suggeriert wird, das Grün in der Stadt schützen zu wollen, wird in der Wuhlheide eine massive Zerstörung von wertvollem Stadtgrün für eine unsinnige Straßenplanung in Kauf genommen.

Auch die Behauptung der Verkehrsplaner*innen, dass es durch die TVO zu einer Entlastung des Straßennetzes kommen würde, ist falsch. Alle bisherigen Straßenneubauten haben gezeigt, dass „wer Straßen sät, Verkehr ernten wird“. Deshalb fordert das Bündnis „Natur statt Asphalt", alle Planungen zur TVO sofort zu stoppen.

Durch die geplante TVO werden die Anwohner*innen der Märkischen Allee durch ein erheblich erhöhtes Verkehrsaufkommen massiv belastet. Gleichzeit wird durch die geplante TVO der überregionale europäische Gütertransit nach Berlin hineingezogen, da durch die Verkürzung der Route auch die östliche Berliner Innenstadt zusätzlich angefahren würde.

Um den Anforderungen von Umwelt- und Klimaschutz gerecht zu werden und eine echte Entlastung zu erreichen, muss die schon lange aufgeschobene Schienen-Nahverkehrstangente Ost so umweltschonend wie möglich umgesetzt werden.  Berlin braucht keine neuen Straßen, sondern endlich eine Konzentration auf den Ausbau der Fuß- und Fahrradinfrastruktur und den konsequenten Ausbau des ÖPNV.

Gemeinsam fordern wir den Ausbau des Eisenbahn-Ostrings zur S- oder Regionalbahnstrecke. So entsteht eine neue Verbindung zwischen Marzahn, Biesdorf, Köpenick und Adlershof sowie nach Potsdam, die weitere Menschen bewegen wird, vom Auto in die Bahn umzusteigen. Es ist absolut ärgerlich, dass der Bau einer neuen Regionaltangente frühestens in den 2030er-Jahren begonnen werden soll, wie der Berliner Senat auf eine Kleine Anfrage ausgeführt hat. Das hat mit einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik, die den Berliner Verkehr klimagerecht umgestalten soll, wenig zu tun.

 

Bündnis „Natur statt Asphalt - Entsiegelt Berlin“

Die Kampagne „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin!“ setzt sich dafür ein, alle Entsiegelungspotentiale in Berlin zu nutzen. Sie will das Bewusstsein für die Schädlichkeit unnötiger Versiegelung in Bevölkerung, Verwaltung und Politik wecken und einen anderen Umgang mit unserem Boden einleiten. Sie ist eine gemeinsame Kampagne von NaturFreunde Berlin, FUSS e.V., Grünzüge für Berlin und Bürgerinitiativen.

 







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