Steinkohle kann tödlich sein

28.11.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin, News 

 

Von Robin Wood

Kletterprotest am Vattenfall-Kraftwerk Moabit in Berlin     

ROBIN WOOD-Aktivist*innen haben heute am Vattenfall-Kraftwerk Moabit in Berlin ein eindrucksvolles Zeichen für Klimaschutz und den sofortigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung gesetzt. In den frühen Morgenstunden seilten sich Kletter*innen an demmKraftwerksgebäude ab und entrollten dort ein etwa 100 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift:

„Steinkohle kann tödlich sein“. Auf diese Weise solidarisieren sie sich mit dem globalen Klimastreik am kommenden Freitag und den für nächstes Wochenende angekündigten Anti-Kohle-Protesten im Lausitzer Braunkohlerevier.„Kohlekraftwerke bis 2038 am Netz zu lassen und ein unwirksames Klimapaket zu verabschieden, zeigt die unfassbare Ignoranz der Bundesregierung angesichts der Klimakrise. Wir sind überzeugt: Für Klimagerechtigkeit braucht es jetzt mehr denn je vielfältigen und entschlossenen Protest“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Jana.

Das vom Energiekonzern Vattenfall betriebene Kraftwerk verbrennt zum größten Teil Steinkohle – einen der klimaschädlichsten Energieträger in Deutschland.

Allein 2018 wurden 110 Millionen Tonnen CO2 durch Steinkohlekraftwerke in Deutschland freigesetzt. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, dürfen weltweit höchstens insgesamt noch 700 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Das heißt, dass insbesondere in Industrieländern wie Deutschland der Treibhausgas-Ausstoß jetzt radikal sinken muss. Der Ausstieg aus der Verbrennung von Stein-und Braunkohle zur Strom- und Wärmeproduktion hätte schon längst vollzogen werden müssen.

„Steinkohle zu verbrennen, ist ungerecht. Gegenüber den Menschen weltweit, die schon jetzt am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen sind – und gegenüber denjenigen, deren Lebensgrundlage, Gesundheit und Zuhause durch den Abbau der Steinkohle zerstört wird.

Deutschlands Energiehunger wird hier auf Kosten anderer gestillt. Wir sind Teil einer wachsenden Klimagerechtigkeitsbewegung, die das nicht länger hinnehmen will“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Julian Smaluhn.

Nachdem im September dieses Jahres allein hierzulande rund 1,4 Millionen Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen sind, ruft Fridays for Future für den kommenden Freitag erneut zu einem internationalen Klimastreiktag auf. Für das Wochenende hat das Aktionsbündnis Ende Gelände außerdem Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams gegen Kohleinfrastruktur im Lausitzer Revier angekündigt.







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