Deutschlands doppeltes To-do

21.09.21
UmweltUmwelt, Politik, TopNews 

 

Von WWF

WWF-Umfrage: Fast zwei Drittel finden, deutsche Politik tut zu wenig bei Klima- und Biodiversitätsschutz / WWF fordert mindestens zwei Milliarden Euro für internationalen Biodiversitätsschutz aus Deutschland

Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten meinen, dass die deutsche Politik aktuell zu wenig tut gegen die Klimakrise und den rasanten Verlust biologischer Vielfalt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des WWF. 65,1 Prozent - die deutliche Mehrheit der Wählerinnen und Wähler -stellt damit der aktuellen Bundesregierung ein mangelhaftes Zeugnis beim Klima- und Biodiversitätsschutz aus. „Die kommende Bundesregierung muss diese Doppelkrise endlich geschlossen und entschlossen angehen, denn beide befeuern sich gegenseitig. Die Klimakrise ist in der öffentlichen Wahrnehmung bereits stärker präsent. Aber auch das Artensterben und die Zerstörung der Ökosysteme hat ähnlich verheerende Auswirkungen. Biologische Vielfalt ist für uns systemrelevant. Und eine Million Arten sind weltweit akut vom Aussterben bedroht. Sie verschwinden für immer, wenn die Weltgemeinschaft nicht entschlossen und schnell umsteuert. Das hat nicht minder schlimmen Folgen für das Leben und unser Überleben auf der Erde“, sagt WWF-Naturschutzvorstand Christoph Heinrich. Die Umweltschutzorganisation fordert von der nächsten Bundesregierung mehr politisches und finanzielles Engagement beim Schutz der biologischen Vielfalt, auch auf dem internationalen Parkett.
 
Am Rande der UN-Vollversammlung in New York wollen sich diesen Mittwoch zahlreiche Staats- und Regierungschefs für einen stärkeren internationalen Naturschutz aussprechen und verkünden, was ihre eigenen Länder dazu beitragen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird an dem vom WWF mit organisierten „Mini-Gipfel“ per Videobotschaft teilnehmen. Der WWF erwartet konkrete Zusagen für mehr internationale Naturschutzfinanzierung. Denn dazu haben sich 88 Staats- und Regierungschefs bereits letzten September in der ‘Leaders Pledge for Nature and People’ verpflichtet – auch Angela Merkel. „Dass Angela Merkel sich kurz vor Ende ihrer Amtszeit noch einmal für den Schutz der globalen Biodiversität einsetzt, zeigt, dass ihr die große Bedeutung der Natur für unser aller Wohlergehen bewusst ist. Aber Deutschland muss deutlich mehr tun als in den vergangenen Legislaturperioden, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Spätestens die neue Bundesregierung muss deshalb die internationale Biodiversitätsfinanzierung auf mindestens zwei Milliarden Euro im Jahr erhöhen“, sagt Christoph Heinrich. Weltweit ist eine Wirtschaftsleistung von rund 44 Billionen US-Dollar – mehr als die Hälfte des globalen Bruttoinlandsproduktes – abhängig von der Natur und ihrer Leistungen. Biodiversität ist systemrelevant und sie zu schützen ist auch gute, vorsorgende Wirtschaftspolitik.
 
Bereits im Oktober ist Deutschland im Rahmen des Auftakts der dieses und nächstes Jahr in zwei Teilen stattfindenden UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) gefordert. Dann geht es um die konkrete Ausgestaltung eines ambitionierten und verbindlichen internationalen Vertrags zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Derzeit laufen die Verhandlungen eher schleppend. Unter anderem erwarten die Länder des globalen Südens mehr finanzielle Unterstützung im Kampf für den Erhalt der weltweiten Biodiversität.

Über die Civey-Umfrage: Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von WWF zwischen dem 13 und 14. September 2021 2508 Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,3 Prozent. Die Frage lautete: „Tut die deutsche Politik Ihrer Meinung nach genug gegen die miteinander verknüpften Probleme Klimakrise,
Verlust biologischer Vielfalt und Artensterben?“ 65, 1 Prozent antworteten mit „Nein, auf gar keinen Fall“ (43,2 Prozent) und „eher nein“ (21,9 Prozent).
 







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