Leese, Salzgitter, Jülich … Protest gegen Atommüllgefahren an allen Ecken und Kanten

19.08.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Seit Jahrzehnten wird Atommüll produziert und noch immer ist weltweit keine Möglichkeit zur sicheren Lagerung des strahlenden Mülls in Sicht. „Vor diesem
Hintergrund gehört die Forderung nach dem sofortigen Stopp der Atommüllproduktion in Atomkraftwerken und Uranfabriken weiterhin auf die politische Tagesordnung“, fordert Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Wie dramatisch die Atommüll-Situation ist, wird u. a. in Leese (Niedersachsen) deutlich. In einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) Leese vom 17.08.2021 heißt es dazu:

„Am Rande der Begleitgruppensitzung am 16.08.2021 erinnerten die Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) Leese und die Umweltgruppe Wiedensahl den niedersächsischen Umweltminister Lies an die weiterhin ungeklärte Entsorgung eines Großteils des in Leese lagernden Atommülls. Neben den zum Teil bereits undichten rund 1400 „Steyerberg-Fässern“ weist auch eine weitere Charge von 3400 dem Land gehörenden Fässern zunehmend Mängel auf. Einige Fässer mussten bereits als nicht transportfähig zurückgestellt werden.

Als Zwischenerfolg bewertet die BISS die Zusicherung des Ministers, dass eine Rückkehr des nachbehandelten Mülls nach Leese auf den bestehenden vertraglichen Umfang von 50 Konrad-Containern beschränkt bleibt. Damit ist beim beabsichtigten Auslagerungstempo der Steyerbergfässer ein Ende der Anlieferungen 2025 zu erwarten. Für die danach bis 2028 weiter zu bergenden Steyerbergfässer muss indes eine neue Lagermöglichkeit gefunden werden.

Daher fordert die BISS eine nun möglichst schnelle Klärung des Verbleibs der auch danach noch anfallenden Container. Ebenso mangelt es weiterhin an einem belastbaren Konzept zur Räumung der 3400 „GE-Fässer“, die ebenfalls dem Land gehören. „Der Pachtvertrag läuft 2030 aus, dann muss hier Schluss sein. Wir wollen eine belastbare Roadmap“, so Meinhard Behrens. Die Zeit drängt, denn allein für die Ausschreibung der Nachkonditionierung der GE-Fässer veranschlagt das Ministerium zwei Jahre. Ebenso ist die weitere Zwischenlagerung nach 2030 ungeklärt. Hier bemängelt die BISS einen schleppenden Informationsfluss. „Seit drei Jahren erzählt uns das Ministerium immer wieder von kurz bevorstehenden Gesprächen, denen man nicht vorgreifen könne. Leider mangelt es offenbar bislang an Resultaten“.

Zur Erinnerung an die vordringliche Aufgabe überreichte die BISS dem Minister ein symbolisches Gammelfass mit Überraschungs-Ei.“

Hintergrundinformationen zum Atommüllstandort Leese unter
http://www.biss-leese.de

Niedersachsens Umweltminister Lies hofft, dass der Atommüll aus Leese bis 2030 in das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter verbracht wird.

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/lies-zustandigkeit-und-verantwortung-kunftig-in-einer-hand-203441.html


Doch nicht nur Bürgerinitiativen und Umweltverbände lehnen eine Atommüll-Endlagerung im Schacht Konrad ab, da er völlig ungeeignet ist. Auch die Stadt Salzgitter und das Niedersächsische Landvolk setzen sich zur Wehr. Aktuell wird eine überörtliche Unterschriftenaktion gegen die geplante Atommülleinlagerung in Schacht Konrad durchgeführt, am Samstag (21.8.) findet bundesweit ein dezentraler Aktionstag statt und am 4. September sollen die Unterschriften in Hannover Umweltminister Olaf Lies überreicht werden.

https://www.ag-schacht-konrad.de/gameover


Auch in Jülich (Nordrhein – Westfalen) wird gegen die Gefahren der Atomenergie und des Atommülls demonstriert: Am 18. September soll im Vorfeld der Bundestagswahl ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Mehr dazu unter https://aapk.infoladen.de

Ebenfalls am 18. September befasst sich die Atommüllkonferenz der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung in einer Onlinekonferenz mit den vielfältigen und erschreckenden Facetten des Atommüll-Desasters
http://www.atommuellkonferenz.de

Für den Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) steht fest:
Atomkraftwerke und Uranfabriken müssen gestoppt werden – und das international.

Weitere Aktionstermine der Umwelt- und Friedensbewegung unter

https://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm







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